Als morgens der Wecker klingelt ist auch bereits eine eMail von dem Campingplatz da, den wir gestern Abend reserviert haben. Unsere Buchung wurde bestätigt, damit brauchen wir uns heute nicht mehr mit der Platzsuche zu beschäftigen. Grundsätzlich ist das hier eh kaum ein Problem, aber kommendes Wochenende ist auf Grund des Feiertages am 01. Mai ein langes Wochenende, da ist vermutlich viel los. Darum wollten wir einfach mal reservieren, bevor wir hinterher suchen müssen. Gestern abend an der Rezeption haben wir direkt für heute früh Croissants und Brioche bestellt, und bei der Sonne gibt es das Frühstück natürlich draußen Wir starten gemütlich in den Tag, die Vögel zwitschern und aus den Kastanienbäumen mit den dicken Blüten klingt ein lautes Summen und Brummen. Eigentlich wollte ich es heute etwas ruhiger angehen lassen, aber da das Wetter morgen schlechter werden soll, packen wir dann doch die Rucksäcke und machen uns auf den Weg. Über Komoot hat Peter diverse Wanderwege vorgeschlagen bekommen, wir entscheiden uns für einen ca. 12 km langen Rundweg, der uns zum Beginn der Verdon Schlucht führt. Als erstes geht es bis runter an den See, und wir laufen direkt am Wasser. Die „Routenführung“ von Komoot ist mal wieder spannend, und man sollte auch immer mal den gesunden Menschenverstand einschalten und sollte der Route nicht einfach blind folgen, so wie das Ehepaar aus Berlin, dass einen steilen Hang runtergeklettert ist obwohl man sehen konnte, dass da unten nur Wasser ist. Wir sind oben geblieben und sind dann nach Bauchgefühl weiter, bis wir wieder auf den ursprünglichen Weg gekommen sind. Da wir ja am See lang bis zum Eingang der Schlucht wollen, brauchen wir wenig Unterstützung durch das Handy, und meist findet Peter die Pfade auch so. Einmal müssen wir über einen umgefallenen Baum klettern, und ein oder zweimal geht es am Strand nicht weiter und wir müssen uns querfeldein durchschlagen. Aber eines bleibt uns heute den ganzen Tag: der Geruch nach Sommer, nach Lavendel, Thymian, warmen Harz von den Kiefern und ungezählten Blüten. Meine Allergie hält sich (noch) in Grenzen, und wir geniessen einfach den unglaublich schönen See. Die Farben in den Buchten wechseln von leuchtend Türkis, über dunkles Grün bis zu einem schimmernden Hellblau. Man fühlt sich fast wie in der Karibik. Nach gut zwei Stunden kommen wir am See an einem kleinen Bootsverleih vorbei, der von einer Mutter mit ihrem Sohn betrieben wird. Espresso 1.50 €, damit hätten wir hier im Nirgendwo am See nicht gerechnet, aber der Espresso ist heiss und lecker, und die kurze Pause tut wirklich gut. Wir laufen noch eine Weile weiter und kommen an einen Verleih mit Elektrobooten an. Eine Stunde (angeblich ausreichend, um bis zum Wasserfall in der Verdon Schlucht zu kommen) oder zwei Stunden, damit sollte man bis zum Ende der Schlucht bzw. zum Beginn des Fahrverbotes kommen. Wir buchen also zwei Stunden, und los geht es. Also naja, man sollte jetzt nicht wirklich erwarten, dass die Boote abzischen wie ein E-Auto. Lautlos und sehr sehr gemächlich schwimmt das Boot los, aber so bleibt mehr Zeit zum Photos machen. Und Landschaft, die photographiert werden möchte, gibt es hier genug. Was für ein krasser Kontrast: der weite, offene, leuchtende See und dann die enge himmelhohe Schlucht, und der Verdon der sich schmal durchschlängelt. Es ist zwar einiges los auf dem Wasser, und ausser Elektrobooten gibt es hier auch Kajaks, Kanus, Tretboote und einige SUP’s. Aber im Sommer wird es hier vermutlich richtig eng. Der Wasserfall ist nett, aber nicht so beeindruckend wie erwarte, Aber dafür beeindruckt der Rest der Schlucht umso mehr. Wir geniessen auf jeden Fall unsere Zeit auf dem Wasser und sind deutlich schneller zurück als gedacht, also drehen wir noch eine Runde auf dem See bevor wir dann zum Bootsverleih zurückfahren. Gekonnt legt Peter das Boot rückwarts am Steg an und bekommt ein fettes Lob vom Besitzer. Scheinbar tun sich viele doch schwer rückwärts mit den Booten zu rangieren. Zurück an Land laufen wir noch ein Stück weiter zu einer Imbissbude. Aber Espresso 2 € und ein Eis 4 €, nö, dann doch lieber zurück zum Womo. Zurück ist der Weg teils der gleiche, denn wir haben keine Lust im Hinterland zu gehen, da wir dann mal eben schlappe 500 m Höhenunterschied bekommen, weil da ein Berg im Weg ist. Also geht es wieder am oder in der Nähe des See zurück. Die Mutter mit ihrem Sohn sitzt immer noch etwas gelangweilt an ihrem kleinen Bootsverleih. Und wir gönnen uns dort nochmal einen Espresso für 1,50 €. Und jetzt ist Endspurt angesagt. Wir marschieren strammen Schrittes, denn im Kühlschrank wartet Puddingkuchen, den wir gestern im Auchan gekauft haben. Da wir diesen Weg größtenteils ja auf dem Hinweg bereits gelaufen sind, ist nichts nennenswertes mehr zu berichten. Kurz vorm Campingplatz biegen wir ab und kämpfen uns im Wald nochmal den Berg rauf in das kleine Südfranzösische Dörfchen Les Salles-sur-Verdon, und laufen dort zum kleinen Lebensmittelmarkt. Wir kaufen ein paar Joghurt, dann suchen wir den Weg zum Campingplatz, denn angeblich gibt es einen direkten Zugang vorm Dorf aus. Und tatsächlich ist am Ende des Dorfes ein großer Zaun mit einem Schmiedeeisernen Tor. Peter hält unseren Ausweis vom Campingplatz an das Kartenlesegerät, mit einem leisen Pling öffnet sich das Tor und schon sind wir „dahoam“. Von unserem Platz aus kann man gar nicht sehen das das Dorf quasi direkt oberhalb des Platzes thront. Nach mehr als 23.000 Schritten reicht es für heute. Als erstes belohnen wir uns mit dem Kuchen und Espresso, dann rufen wir Mutter an. Nach einer heissen Dusche startet Peter den Grill, wir essen lecker Minutensteaks mit Brot und während er noch alles verräumt setze ich mich schon mal an die Tastatur.
eowynrohan am 28. April 2026
Manchmal kommt es eben anders als gedacht… Wir starten müde in den Tag, der gestrige Ausflug nach Genf war doch sehr lang und das Laufen in der Stadt strengt deutlich mehr an als durch Wald und Flur. Nach dem Frühstück kramen wir zusammen, dann die bekannte Routine: Abwaschen, Müll weg, Toilette leeren. Gegen 11 Uhr rollen wir vom Platz, unser erstes Tagesziel heisst Grenoble. Dort wollen wir mit dem Telepherique auf die Bastille rauf fahren. Parken ist leider in Grenoble ein Problem, wir planen diverse Varianten aus. Zum Schluss entscheiden wir uns dazu, zum Auchan nach Fontaine zu fahren, die 7 Kilometer zur Talstation der Seilbahn wollen wir radeln. Ausserdem können wir dann auch direkt beim Auchan tanken, aus Erfahrung vom letzten Jahr haben die üblicherweise sehr gute Preise. Von Genf geht es erst über die Chaussee nach Frankreich, und dann auf die Autobahn. Nach gut 2 Stunden erreichen wir den Auchan. Schnell tanken wir und suchen ein ruhiges Plätzchen für unser Womo. Bevor Peter die Räder vom Träger baut, schaut er kurz über Google nach der Route und stutzt, denn da steht: Telepherique geschlossen. Wir sind irritiert, denn seit dem 01.04. hat der täglich geöffnet. Also schauen wir nochmal auf der Website nach: und auch da steht: ab 01.04.2026 täglich geöffnet. Als wir aber weiter nach unten scrollen ploppt plötzlich auf: Geschlossen am 27.04.2026. Na toll, gut dass wir es noch gesehen haben. Wir sind frustriert, und gehen jetzt erst einmal im Auchan etwas essen. Es gibt dort einen kleinen Imbiss, und das Tagesgericht ist Tartar mit Pommes Frites und Salat. Na ja, wenigstens etwas. Und der Espresso kostet 1,80 €, das ist auch ein guter Preis. Satt und etwas getröstet laufen wir noch eine Runde durch den riesigen Supermarkt, kaufen Salat, Chips, Cidre und etwas zu grillen, dann machen wir uns weiter auf den Weg. Erst einmal gen Süden zum Gorge du Verdon, diesmal fahren wir nur Landstraße. Wir sind noch unschlüssig, zu welchem Teil der Schlucht wir jetzt am besten fahren. Irgendwann entscheiden wir uns dann für den See Saint La Croix, dort finden wir einen netten Campingplatz, der angeblich bis 19.30 Uhr geöffnet ist. Ohne Autobahn kommen wir nur schleppend voran, dafür ist die Aussicht teils spektakulär. Und Tatzel und der beste Fahrer von allen kämpfen sich tapfer die Passstraßen rauf und runter. Kurz nach 19 Uhr erreichen wir den Campingplatz, und haben noch fast freie Auswahl bei den Plätzen. Um 20 Uhr sitzen wir dann gemütlich bei Espresso und einem Gin Tonic in der warmen Sonne neben Tatzel und freuen uns das wir angekommen sind. Aber so langsam wird es frisch, also verkrümeln wir uns rein. Ich decke schnell den Tisch, heute gibt es nur Brotzeit, dann geht die Planung der kommenden Tage weiter. Hier am Gorge du Verdon bleiben wir bis zum 30.04., und ab dem 30.04. haben wir eine Reservierung in Antibes gestartet, mal schauen ob wir da morgen den Zuschlag bekommen, denn von dort könnten wir gut Monaco, Nizza und Cannes besichtigen. Wir werden sehen…
eowynrohan am 27. April 2026
Direkt bei der Ankunft gestern haben wir an der Rezeption Milchbrötchen und ein Croissant für das Frühstück bestellt, die Peter nach dem Aufstehen abholt. Stolze Preise, aber Genf ist ja nun mal eine der teuersten Städte der Welt, das werden wir im Lauf des Tages noch öfter merken. Trotzdem lassen wir uns natürlich das Frühstück schmecken, und die Milchbrötchen sind wirklich Weltklasse. Das Wetter ist gerade etwas schwierig, aktuell ist es wirklich noch frisch, aber später soll es warm werden. Peter trägt seine übliche Kombi aus Longsleeve und T-Shirt drüber, so dass er bei Bedarf auf kurzärmelig wechseln kann. Ich mache es ihm nach, aber ziehe vorsichtshalber noch einen Kapuzenpulli drüber. Dann laufen wir los zur Bushaltestelle – dazu müssen wir 650 m bergauf – steil bergauf! Da wir den Bus um 10 Minuten verpasst habe, ist nun warten angesagt, der nächste kommt erst in 25 Minuten. Aber nun gut, wir setzen uns aufs Bänkle und planen schon mal was wir als erstes machen wollen. Der Bus kommt pünktlich, und dank der Kurkarte können wir kostenlos fahren. Nach 17 Minuten erreichen wir die Endhaltestelle der Linie E, Genève Rive. Von dort laufen wir als erstes direkt zum Wasser und zum Jet d’Eau, dem Wahrzeichen von Genf. Der Wasserstrahl ist bis zu 140 m hoch und fast von jedem Punkt in Genf aus zu sehen. Wir machen ungezählte Photos, und dann laufen wir immer entlang des Sees, über die Pont du Mont Blanc und den Quai du Mont Blanc bis hoch zum Parc Mon Repos. Wir haben Glück mit dem Wetter, können weit über den See schauen und das Mont Blanc Massiv glänzt in der Sonne. Der Park ist wirklich schön, die Sonne lacht und überall wird gepicknickt. Unterwegs gönnen wir uns einen Espresso, die Preise sind zwar heftig, aber wenigstens ein kurzer Stop muss drin sein. Zum Glück haben wir ausreichend gefrühstückt, hungrig sind wir also nicht. Weiter geht es nun vorbei an dem riesigen Gebäudetrakt der WTO, also der Welthandelsorganisation. Natürlich alles ummauert, umzäunt und Kameraüberwacht. Dann erreichen wir den botanischen Garten, der glücklicherweise ohne Eintritt ist. Bei den Preisen hier ist es schön, wenn mal was umsonst ist. Der botanische Garten ist wirklich sehenswert, überall sind Wasserläufe und kleine Teiche, riesige Bäume und dann wieder die tollen Gewächshäuser. Dann geht es wieder zurück ans Ufer und wir stellen uns am Wassertaxi an, denn auch das können wir Dank der Kurkarte umsonst nutzen. Die Fahrt bringt uns einmal über den See, dort steigen wir direkt um ins nächste und fahren jetzt zurück in die Spitze vom See. An einem Kiosk holen wir uns ein Eis am Stiel, dann laufen wir los Richtung Altstadt, mal wieder bergauf. Die Fußgängerzone ist wie ausgestorben, ist ja auch Sonntag heute. In den kleinen Gassen Richtung Rathaus tummeln sich dann schon wieder einige Touristen. Wir laufen bis zur Kathedrale, machen zwei, drei Photos, und dann reicht es uns langsam für heute. Jetzt laufen wir bergab wieder bis fast zum See und dann sind wir wieder an der Bushaltestelle, an der heute vormittag unser Spaziergang anfing. Knapp 20.000 Schritte haben wir gemacht, und das bei strahlendem Sonnenschein. Genf ist nett, aber einfach nicht unsere Preisklasse. Jede Menge teurer Autos, Gucci, Prada und horrende Preise – dann sind uns doch Wanderungen in der Natur lieber und wir freuen uns schon auf den Gorge du Verdon. Wir sind froh als der Bus endlich kommt, dann noch eine gute Viertelstunde Fahrt und 10 Minuten zu Fuß bis wir am Womo sind. Als erstes gibt es einen Nachmittags-Espresso, und dann holt Peter noch seine Drohne raus. Wow, Sonnenuntergang am Genfer See, das sind tolle Bilder geworden! Und während Peter das Drohnen Equipment wieder verräumt, setze ich mich schon mal an die Tastatur. Denn mittlerweile ist es nach 20 Uhr und wir müssen ja auch noch den morgigen Tag planen.
eowynrohan am 26. April 2026