Sonntag, 26. April 2026
Direkt bei der Ankunft gestern haben wir an der Rezeption Milchbrötchen und ein Croissant für das Frühstück bestellt, die Peter nach dem Aufstehen abholt. Stolze Preise, aber Genf ist ja nun mal eine der teuersten Städte der Welt, das werden wir im Lauf des Tages noch öfter merken. Trotzdem lassen wir uns natürlich das Frühstück schmecken, und die Milchbrötchen sind wirklich Weltklasse. Das Wetter ist gerade etwas schwierig, aktuell ist es wirklich noch frisch, aber später soll es warm werden. Peter trägt seine übliche Kombi aus Longsleeve und T-Shirt drüber, so dass er bei Bedarf auf kurzärmelig wechseln kann. Ich mache es ihm nach, aber ziehe vorsichtshalber noch einen Kapuzenpulli drüber. Dann laufen wir los zur Bushaltestelle – dazu müssen wir 650 m bergauf – steil bergauf! Da wir den Bus um 10 Minuten verpasst habe, ist nun warten angesagt, der nächste kommt erst in 25 Minuten. Aber nun gut, wir setzen uns aufs Bänkle und planen schon mal was wir als erstes machen wollen. Der Bus kommt pünktlich, und dank der Kurkarte können wir kostenlos fahren. Nach 17 Minuten erreichen wir die Endhaltestelle der Linie E, Genève Rive. Von dort laufen wir als erstes direkt zum Wasser und zum Jet d’Eau, dem Wahrzeichen von Genf. Der Wasserstrahl ist bis zu 140 m hoch und fast von jedem Punkt in Genf aus zu sehen. Wir machen ungezählte Photos, und dann laufen wir immer entlang des Sees, über die Pont du Mont Blanc und den Quai du Mont Blanc bis hoch zum Parc Mon Repos. Wir haben Glück mit dem Wetter, können weit über den See schauen und das Mont Blanc Massiv glänzt in der Sonne. Der Park ist wirklich schön, die Sonne lacht und überall wird gepicknickt. Unterwegs gönnen wir uns einen Espresso, die Preise sind zwar heftig, aber wenigstens ein kurzer Stop muss drin sein. Zum Glück haben wir ausreichend gefrühstückt, hungrig sind wir also nicht. Weiter geht es nun vorbei an dem riesigen Gebäudetrakt der WTO, also der Welthandelsorganisation. Natürlich alles ummauert, umzäunt und Kameraüberwacht. Dann erreichen wir den botanischen Garten, der glücklicherweise ohne Eintritt ist. Bei den Preisen hier ist es schön, wenn mal was umsonst ist. Der botanische Garten ist wirklich sehenswert, überall sind Wasserläufe und kleine Teiche, riesige Bäume und dann wieder die tollen Gewächshäuser. Dann geht es wieder zurück ans Ufer und wir stellen uns am Wassertaxi an, denn auch das können wir Dank der Kurkarte umsonst nutzen. Die Fahrt bringt uns einmal über den See, dort steigen wir direkt um ins nächste und fahren jetzt zurück in die Spitze vom See. An einem Kiosk holen wir uns ein Eis am Stiel, dann laufen wir los Richtung Altstadt, mal wieder bergauf. Die Fußgängerzone ist wie ausgestorben, ist ja auch Sonntag heute. In den kleinen Gassen Richtung Rathaus tummeln sich dann schon wieder einige Touristen. Wir laufen bis zur Kathedrale, machen zwei, drei Photos, und dann reicht es uns langsam für heute. Jetzt laufen wir bergab wieder bis fast zum See und dann sind wir wieder an der Bushaltestelle, an der heute vormittag unser Spaziergang anfing. Knapp 20.000 Schritte haben wir gemacht, und das bei strahlendem Sonnenschein. Genf ist nett, aber einfach nicht unsere Preisklasse. Jede Menge teurer Autos, Gucci, Prada und horrende Preise – dann sind uns doch Wanderungen in der Natur lieber und wir freuen uns schon auf den Gorge du Verdon. Wir sind froh als der Bus endlich kommt, dann noch eine gute Viertelstunde Fahrt und 10 Minuten zu Fuß bis wir am Womo sind. Als erstes gibt es einen Nachmittags-Espresso, und dann holt Peter noch seine Drohne raus. Wow, Sonnenuntergang am Genfer See, das sind tolle Bilder geworden! Und während Peter das Drohnen Equipment wieder verräumt, setze ich mich schon mal an die Tastatur. Denn mittlerweile ist es nach 20 Uhr und wir müssen ja auch noch den morgigen Tag planen.



Samstag, 25. April 2026
Zurück auf der Piste - endlich! Nach vielen Wochen „Aussendienst“ in Braunschweig bei mir und diesmal nur ein paar wenigen Matchen bei Peter ist es endlich soweit, und unser (erster) großer Urlaub hat begonnen. Nachdem wir gestern noch bis abends spät gepackt haben, sind wir morgens recht zügig abfahrbereit. Von den Nachbarn haben wir uns bereits am Abend zuvor verabschiedet, und um 09.15 Uhr rollen wir aus der Parkbucht. Heute wird Strecke gemacht, unser Tagesziel ist Genf bzw. Genève. Wir fahren erst einmal quasi wie zu Muttern, vorm Allacher Tunnel stauen wir kurz auf Grund der großen Baustelle. An Gilching fahren wir vorbei, Muttern ist in Olching auf dem Flohmarkt, außerdem wollen wir vor 18 Uhr am Campingplatz am Genfer See sein. Mal schaun, gebucht ist noch nichts. Wir fahren erst einmal bis Zürich, dann sehen wir ob wir es noch bis Genf schaffen. Aber es läuft wirklich super, Peter schaukelt uns gut gelaunt und brav an die Geschwindigkeitsbeschränkungen haltend zuerst bis bzw. durch Bregenz, dort tanken wir für 1.90 €. Wer hätte vor einigen Wochen gedacht, dass wir uns bei diesem Preis mal freuen wie kleine Kinder an Weihnachten. Weiter geht es nun in der Schweiz, dort gehen wir auf die Autobahn, die Schwerlastabgabe in Höhe von 25 Franken hat Peter vorab gebucht. Es läuft richtig gut, und kurz hinter Zürich rufe ich am Campingplatz an. Wir sollen einfach online buchen, Anreise dann bis 22 Uhr. Fix buche ich uns einen Platz, und wir haben Glück und es läuft weiterhin wirklich entspannt. In Genf staut es dann nochmal gute 20 Minuten, und um 17.15 Uhr erreichen wir den Campingplatz, der direkt am See liegt. Ein absoluter Traum! Wir bekommen einen schönen Platz, und die Nachbarn zur rechten und linken sind auch wirklich nett, schnell kommen wir uns Gespräch. Als erstes koche ich uns einen Espresso, dann laufen wir zum See. Peter krempelt mutig seine Hosenbeine hoch und watet einmal durch das (laut Rezeption) 13° C kalte Seewasser – ich streike. Aber auf das Selfie mit dem Jet d’Eau – dem Highlight auf dem Genfer See – darf ich trotzdem mit drauf – da habe ich ja Glück. Dann erkunden wir den Platz und das Sanitärgebäude, alles top. Nach einem weiteren Espresso ist Abendessen angesagt. Ich habe gestern Abend noch Brot gebacken, und heute Abend kommt zum ersten Mal das neue (alte) Brotmesser von Mama zum Einsatz. Dazu gönnen wir uns einen leckeren Gin Tonic. Ach was geht es uns gut! Nach dem Essen setze ich mich an den Rechner während Peter den Fahrplan studiert für unseren morgigen Ausflug nach Genf, denn als Gäste das Campingplatzes können wir mit der Kurkarte alle öffentlichen Verkehrsmittel kostenfrei nutzen. Wir werden berichten.



Donnerstag, 29. Mai 2025
Die Nacht ist laut, mehrmals pro Minute ertönt ein recht lautes Geräusch, dass wir nicht einordnen können. Es klingt ein wenig wie die Alarmanlage eines Autos, aber immer nur in kurz. Manchmal ist für einige Minuten Stille, doch irgendwann ertönt es wieder. Seltsam und nervig, aber nicht zu ändern. Am nächsten Morgen kommen wir nicht richtig in Fahrt, das liegt aber nicht zwingend an dem Geräusch. Es ist der letzte Tag und irgendwie ist jetzt auch die Luft raus. Ich gehe abwaschen, und da klärt sich zumindest das Geräusch. Am Waschhaus hängen großer Schilder mit Bildern einer Eule (oder Uhu?) und einer Entschuldigung, dass besagter Vogel mit zwei Kumpels zusammen gerade nachts immer Alarm macht. Tja, das heisst die kommende Nacht wird vermutlich auch nicht leiser. Wir sind mit den Gedanken bereits mehr daheim als hier. Mittags entscheiden wir uns dann, doch noch die Räder runter zu holen und zu starten, Mal schaun wie weit wir kommen. Wir packen unsere Rucksäcke, und nehmen jeder eine Jacke mit, dazu ziehen wir auch etwas Langärmeliges an, denn es ist frisch draussen und der Himmel ist durchgehend bewölkt in dunkelgrau. Bis zur Zitadelle sind es etwas mehr als 12 Kilometer, und der Weg führt von der Mitte der Insel ganz in den Süden. Wir versuchen uns dicht am Wasser zu halten, aber die Beschilderung des Radwegs ist nicht besonders gut, aber natürlich finden wir unseren Weg. Das erste „Highlight“ sind angeblich die „Cabanes de créateurs et d'artisans de La Baudissière“, dabei handelt es sich um kleine bunte Fischerkaten, in denen Kunsthandwerk angeboten wird, Austern und Salz. Aber die meisten Buden sind noch geschlossen oder verfallen, nur wenige sind geöffnet. Und es ist nichts dabei, auf das wir einen zweiten Blick drauf werfen würden. Also radeln wir weiter. Mittlerweile ist es knackig warm geworden, und alle Wolken sind verschwunden. Gut dass wir uns noch eingecremt haben, bevor wir gestartet sind. Dann erreichen wir den Marktplatz von Le Château-d'Oléron. Dort machen wir erst einmal ein Päuschen, schliessen unsere Räder an und gönnen uns einen (oder mehrere?) Espresso. Dann geht es zu Fuss weiter zur Zitadelle. Es ist einiges los, aber doch weniger als gedacht. Auch hier ist heute Feiertag, aber scheinbar kein Vatertag, zumindest gibt es hier keine Horden betrunkener und grölender Kerle. Wir laufen einmal durch und um die Zitadelle, denn geht es weiter und wir laufen einmal die gesamte Promenade entlang. Hier ist nun wirklich viel los, und es reiht sich Souvenirshop an Souvenirshop bzw. bunte Fischerkate an bunte Fischerkate. Da sind dann meist Galerien drin, Seifenmacher oder andere Kunsthandwerker. Nun geht es zurück zum Markt, wir sammeln unsere Räder ein und strampeln dann wieder zurück. Diesmal fahren wir durch das Marschland mit seinen ungezählten Teichen und Wasserarmen, und kommen durch Fort Royer, dass allerdings kein Fort ist, sondern eine Austernzucht mit – Überraschung – bunten Fischerkaten. Aber diesmal ohne Kunsthandwerk und nur mit Austern, das Dutzend teils für fünf €, kaum zu glauben. Aber wir hatten nun genug und haben keinen Bedarf mehr. Zurück am Womo ziehen wir erst einmal unsere verschwitzten Sachen aus, und schlüpfen in was luftigeres. Dann heisst es abbauen, also Räder hinten drauf, Markise rein, Tisch, Stühle und Teppich rein. Dann geht es unter die Dusche und dann bummeln wir nochmal zum Hafen. Am letzten Abend wollen wir nochmal lecker essen gehen. Wir schauen alle Speisekarten an, und erst beim letzten Restaurant im Hafen stoppen wir. Wir entscheiden uns für das Menu zu 25 €. Als Vorspeise nimmt Peter den Salat mit Ziegenkäse, ich die französische Schlachterplatte. Als Hauptgericht wagt sich Peter nochmal an die Zerlegung eines Rochenflügels, aber ich habe keine Lust mehr auf Schwimmtier und nehme Hühnchen. Als Dessert entscheidet sich Peter für die Creme brûlée und ich probiere Ile de Flotille, das entpuppt sich als Eiweissschaum in Vanillesauce. Dazu gibt es Cidre und Mineralwasser, und leicht überfressen machen wir uns gegen 21.30 Uhr auf den Heimweg. Zurück am Womo setze ich mich direkt an den Rechner für den letzten Tagesbericht, denn morgen geht es Richtung Heimat. Peter kümmert sich derweil um das Navi, und genau jetzt fängt auch die tierische Alarmanlage wieder an zu spektakeln. Gute Nacht und bis zum nächsten Mal, wenn es wieder heisst: Tatzelwurm on Tour.