¶ Nizza
Wir haben von gestern noch zwei Schokoladen Croissants, das reicht zum Frühstücken. Nach Nizza nehmen wir dann doch den großen Rucksack mit. Zum einen wollen wir eventuell noch Lebensmittel einkaufen, ausserdem starte ich heute mit Pullover, den kann ich dann bei Bedarf in den Rucksack packen. Weiterhin wandert natürlich etwas zu essen und trinken in den Rucksack und Sonnencreme, und für jeden eine Kappe. Denn es verspricht später sehr sonnig zu werden. Wir schwingen uns auf die Räder, wie gehabt sind es nur 5 Minuten bis zum Bahnhof Biot. Während Peter die Räder anschließt, stelle ich mich schon mal am Ticketautomat an. Da ist die Hölle los, und wenn man als Ausländer das erste Mal am Automat steht kann man auch schon verzweifeln. Peter überlegt schon das Ticket online zu buchen (allerdings muss man dann direkt einen Zug angeben), am Automaten bekommt man automatisch ein Tagesticket. Aber dann hat es das Ehepaar vor uns doch noch geschafft, und ruckzuck buchen wir unser Ticket nach Nizza. Nizza hat drei große Bahnhöfe, den am Flughafen, Nice Ville ( da wollen wir hin) und Nice Riquier. Planmäßig nach 21 Minuten erreichen wir den wunderschönen Bahnhof in der Innenstadt. Die Sonne lacht und es ist richtig viel los - kein Wunder, wir haben ja Samstag. Wir laufen los und lassen uns von der Menge treiben. Nizza ist auf jeden Fall lauter als Monaco – und dreckiger ist es auch, aber es hat auch einen ganz eigenen Charme. Wir schlendern gemütlich vorbei an der Basilika Notre Dame auf der Avenue Jean Médecin bis zum Place Masséna, dort befindet sich ein toller Brunnen mit einer Statue des Apollo. Bis hierhin haben wir schon jede Menge Photos gemacht, und es werden noch viele dazukommen. Peter navigiert uns als erstes zum Cours Saleya, das ist einer der berühmtesten Märkte an der Côte d’Azur. Ein Teil wird durch den Blumenmarkt belegt, es duftet und leuchtet in allen Farben. Und da es in Frankreich üblich ist sich zum 1. Mai Maiglöckchen zu schenken (auch wenn heute bereits der zweite Mai ist) sieht man überall Menschen, die Maiglöckchen kaufen oder geschenkt bekommen. Abgesehen von Blumen bieten die Marktstände alles, was man so auf Märkten bekommen kann: Obst, Gemüse, Wurst, Käse, Fisch, Souvenirs, Lavendel, Seifen und natürlich auch Austern. Das ist doch mal was anderes als eine Leberkäs-Semmel auf dem Viktualienmarkt. Man kann sich die Austern selbst aussuchen, dazu gibt es frische Zitrone. Lecker, und sicherlich gesünder als Pommes Mayo. Weiter geht es nun auf den großen Hügel der den Strand vom Yachthafen trennt. Wir erklimmen unzählige Stufen, aber der Blick über Nizza und das Meer ist es wert. Auch den Flughafen sieht man von hier wunderbar, mit Start- und Landebahn direkt am Wasser. Peter macht ein tolles Photo von einer landenden Maschine. Anschliessend laufen wir eine Runde durch den riesigen Park. Obwohl richtig viel los ist verlaufen sich die Menschenmassen, denn es gibt unzählige Wege, führen kleine Treppe auf und ab, gabelt sich der Weg oder es geht es zu einem weiteren Türmchen. Leider übersehen wir dabei tatsächlich eine tolle Sehenswürdigkeit, aber dazu später mehr. Selbst eine ganze Hochzeitsgesellschaft hat sich hier für Aufnahmen getroffen, es ist aber auch wirklich schön hier oben. Nun machen wir uns an der anderen Seite langsam an den Abstieg. Unten angekommen laufen wir einmal um das komplette Hafenbecken. Hier liegen Yachten und kleine Fischerboote alle friedlich nebeneinander. Die Yachten sind nicht ganz so riesig und protzig wie in Monaco, dafür sind die Fischerboote hübsch anzusehen, die alle bunt angemalt sind. Ganz am Ende ist noch die Eglise Notre Dame de Port, die kleine Kirche des auch als Port Lympia bekannten Hafens. Nun machen wir uns auf den Weg in die Altstadt von Nizza. Dort kommen wir an einer winzigen Bäckerei vorbei. Wir kaufen für das Abendessen ein Brot, und bestellen uns jeder noch einen Espresso (1,60 €). Als ich erzähle, dass ich Euro-Münzen sammel, durchsucht er seine ganze Kasse. Einmal den schiefen Eiffelturm, Monaco ( 2 €) und noch eine Münze die ich nicht kenne kann ich eintauschen – wie schön! Wir gehen gerade da flitzt er nochmal hinterher und drückt uns noch ein 1 Euro Stück aus Monaco in die Hand, und weigert sich dass wir ihm das bezahlen. Wir bedanken uns in unserem besten französisch und laufen weiter. Nun geht es weiter durch die Altstadt, die engen Gassen rauf und runter. Es ist unglaublich viel los, alle Sprachen bunt durcheinander, aber auffällig viel russisch. Das gibt wieder ein dickes Photobuch bei den vielen Selfies und Photos der tollen Gebäude, die wir heute gemacht haben. Irgendwann sehen wir ganz hoch oben einen Wasserfall, verflixt der ist auf dem Hügel auf dem wir heute mittag waren, da laufen wir jetzt nicht nochmal hoch. Ein Photo von unten muss reichen. Wir laufen weiter durch die Gassen, und irgendwann gibt es nochmal eine Pause in einem Café, bevor wir uns wieder auf den Weg zum Bahnhof machen. Um kurz nach 18 Uhr nehmen wir den Zug zurück, und sind dann vor 19 Uhr zurück am Womo. Nun reicht es auch für heute, aber schön war es!