Mittwoch, 6. Mai 2026
Worauf alles in Deutschland gerade wartet erfüllt sich hier – es regnet in der Nacht. Wobei regnen der falsche Begriff ist – es schüttet – es gewittert – es sind alle Schleusen geöffnet und gefühlt geht die Welt unter. Sturm und Regen sind so laut, dass man sich nicht auf Zimmerlautstärke unterhalten kann, unglaublich. Daher starten wir etwas müde und übernächtigt in den Tag. Aber da es sich ja nun ausgeregnet hat, erwartet uns dafür heute unerwarteterweise strahlender Sonnenschein, das ist schon mal prima. Nach einem schnellen Frühstück sind wir um 8.30 Uhr unterwegs zum Hafen. Es gibt drei Wartereihen, einmal für Bewohner, dann für Reisende mit einem QR-Code und dann für Gäste mit einem Papierticket, wie wir es haben. Da unsere Schlange am kürzesten ist, sind wir schnell an Bord und bekommen oben auf dem Deck einen schönen Platz. Wir müssen die Bank zwar trockenwischen, da Wasser drauf steht, aber natürlich haben wir ja immer Tücher im Rucksack. Als wir aus dem Hafen fahren sehen wir in einiger Entfernung dicke Rauchwolken über den Berghängen, scheinbar haben die Gewitter in der Nacht Waldbrände ausgelöst. Hoffentlich wurde niemand verletzt. Die Überfahrt dauert nicht lang, und nach geschätzt 20 Minuten erreichen wir die Insel. Wir laufen zuerst zum Tourist Office, aber wie im Internet bereits beschrieben wollen die einem nur teure Karten verkaufen. Zum Glück sind wir ja nicht mehr ehr in Monaco und haben daher Handyempfang – wir navigieren heute mittels Google und der Wander-App Komoot. Als erstes geht es zum Fort Sainte-Agathe, der Ausblick von oben ist wirklich beeindruckend. Ins Museum wollen wir nicht, also laufen wir wieder zurück Richtung Hafen, dort wollen wir mit unserer Wanderung starten. Wir sind gerade losgelaufen, da hören wir tieffliegende Flugzeuge, seltsam. Also biegen wir kurz nach rechts ab auf eine Wiese, dort hat man einen tollen Blick übers Meer. Aber als erstes geht unser Blick nach oben, und da kommen drei dicke gelbe Löschflugzeuge. Die fliegen in der Formation übers Wasser, ziehen hoch und drehen eine Runde. Peter vermutet, dass die prüfen wollten ob Hindernisse im Wasser sind. Und vermutlich hat er recht, denn in dem Moment hören wir die Flieger erneut anfliegen, und diesmal gehen sie wirklich ganz runter, tauchen ihren Bauch ein und nehmen Wasser auf. Später identifizieren wir die Löschflugzeuge als Canadair CL-415-Modelle, die mehr als 6 Tonnen Wasser in einem spektakulären Touch-and-go Manöver aufnehmen, und wir haben alles gefilmt und photographiert – wirklich toll. Die Flieger drehen nun mit ihrer Fracht ab und sind schnell aus unserem Blickfeld verschwunden, und wir laufen weiter bergab zum Hafen, dort starten wir mit unserer Wanderung. Schwerpunkt heute ist einfach nur Natur, die geplante Route liegt bei ca. 14 Kilometer Länge, ohne Umwege. Als erstes laufen wir einmal quer über die Insel zum Süden, dann halten wir uns etwas westlich und laufen zur Wolfsschlucht. Der Blick ist wirklich unglaublich, die Sonne lacht aber es ist auch sehr stürmisch direkt am Wasser. Peter klettert natürlich noch eine Runde unten zwischen den Felsen rum, ich bleibe oben und dokumentiere seinen Unfug den er treibt. Nun geht es immer entlang der Küste, mal sind wir nah am Wasser, dann geht es wieder ein Stück im Inland weiter. Vom Weg ist heute alles geboten, wir laufen mal auf breiten weichen Waldwegen, dann wieder auf schmalen steinigen Trampelpfaden. Dann schlagen wir uns durch die Büsche und als nächstes laufen wir an großen Olivenhainen vorbei. Und es duftet überall nach warmem Harz und Sommer, einfach schön! Immer wieder haben wir tolle Ausblicke auf die verschiedenen Buchten, machen Picknick in lauschigen Lichtungen und klettern durch Büsche. Einfach entspannend und schön nach den letzten Tagen in Monaco, Nizza, Cannes und Saint Tropez. Um 16 Uhr erreichen wir wieder den Hafen, müde aber glücklich machen wir uns auf den Weg zum Pier, und reihen uns in die Menschenschlange ein. Wir müssen nur kurz warten, dann beginnt bereits das Boarding, und 5 Minuten früher als der Fahrplan laufen wir aus, denn das Schiff ist bis Anschlag voll. Einige müssen auf das Schwesterschiff, aber ob das direkt nach uns ausläuft oder entsprechend dem Fahrplan erst eine Stunde nach uns, wissen wir nicht. Egal wir haben auf jeden Fall einen Platz bekommen. Eine gute halbe Stunde später sind wir am Womo, erstmal Schuhe aus – die Füsse glühen. Ich mache Espresso, dann räumen wir unsere Sachen weg und bereiten Tatzel und uns schon mal auf die Abfahrt morgen Richtung Marseille vor Dann heisst es duschen, und während ich Anfang zu tippern, kümmert sich Peter schon mal um die Route für morgen.