Mittwoch, 13. Mai 2026
Perpignan
Heute früh starten wir Richtung Perpignan. Wie immer die übliche Routine mit Wasser auffüllen, WC leeren etc. Ich wasche mir auch noch kurz die Haare, es gibt ein großes Becken mit kaltem Wasser, das reicht mir zu meinem Glück. Ursprünglich hatten wir überlegt, ein oder zwei Tage in Sète oder Marseillan-Plage zu verbringen. Aber das Wetter lädt nicht zum Baden ein, also verwerfen wir den Plan. Die Hälfte der Strecke fahren wir nun nah der Küste. Leider ist aber das Meer meist hinter den Dünen versteckt, und alle Parkplätze sind Höhenbegrenzt, dazu nur Stop and go, also fahren wir weiter im Inland und gehen trotz Maut auf die Autobahn. Es stürmt heftig, die LKW’s können kaum die Spur halten, kein schönes Fahren heute. Als wir von der Autobahn runter sind, kommen wir an einer günstigen Tankstelle vorbei – 2.119 €. Wir biegen schnell ab und machen den Tank voll. Beim Rausfahren wird es eng, da ist eine sehr hohe Bordsteinkante, die man nicht sehen konnte, und Peter hakt mit der Stufe an. Wir befürchten das Schlimmste, aber ausser einem Kratzer unter der Stufe ist zum Glück nichts passiert. Übernachten wir wollen wir wieder auf einem Platz aus France Passion, der Weg scheint spannend zu werden. Denn von der Hauptstrasse ab geht es zuerst über einen breiten Feldweg, der dann aber immer schmaler wird, so dass sogar Peter sagt: Es reicht, wir fahren zurück. Wenden geht hier natürlich nicht, also alles rückwärts bis zur geteerten Strasse. Dann routen wir um und nun sind wir einige Minuten später am Ziel. Einem großen Weingut. Ein Wohnmobil steht bereits dort, aber es ist niemand zu sehen. Weder die Besitzer des Womos noch der Besitzer des Weingutes. Also rufen wir kurz durch, und melden unsere Ankunft schon mal telefonisch. Dann holt Peter die Räder runter, wir wollen jetzt nach Perpignan radeln. Es sollen um die 8 Kilometer sein, das sollte zu schaffen sein. Wir nehmen die Rucksäcke mit, was zu essen und trinken und Jacken, das Wetter ist sonnig, aber sehr sehr stürmisch. Die Fahrt ist deutlich anstrengender als gedacht, es geht über Stock und Stein, rauf und runter, durch Wiesen, über Trampelpfade… und dazu permanent starker Gegenwind. Aber irgendwann erreichen wir die Stadt. Als erstes wollen wir zum Quartier Saint Jaques, das vom ADAC als lebhaftes multikulturelles Viertel empfohlen wird. Also ok, mulitkulti stimmt, aber als Frau würde ich da allein durch keine der Strassen gehen wollen, auch nicht am Tag. Wir sehen zu, dass wir weiterkommen, und erreichen dann den Place de la Loge, der mit rosa Marmor gepflastert ist. Hier stellen wir die Räder ab und laufen nun zu Fuss weiter. Wir haben nichts besonders vor, bummeln durch die Gassen und trinken einen Espresso (< 2 €!) Als Wechselgeld bekommt Peter unter anderem ein 20 Cent Stück aus Andorra – juchhu! Nun laufen wir zum Palast der Könige von Mallorca, der aber etwas ausserhalb liegt. Leider hat der schon zu, aber der Wächter lässt mich kurz ein Photo vom Innenhof machen. Nun laufen wir zurück durch kleine Gassen bis runter zur La Basse, einem Nebenfluss des Têt, dort laufen wir entlang und dann wieder runter bis zur Porte Notre Dame. Dann laufen wir wieder durch die engen Gassen bis zum Place de la Loge, und jetzt geht es wieder aufs Fahrrad. Zurück fahren wir diesmal anders, der Wind hat auch nachgelassen und nach gut 30 Minuten haben wir unser Womo wieder erreicht. Mittlerweile stehen hier 6 oder 7 Womos, aber es ist reichlich Platz. Peter baut die Räder wieder hoch während ich drin Ordnung mache. Dann rufen wir Mama an, bevor ich mich an den Rechner setze.