Samstag, 16. Mai 2026
Eigentlich ist heute nochmal ein Ausflug nach Carcassonne geplant, aber das Wetter ist unschön, es regnet stark. Als der Regen endlich etwas nachlässt, ist es so spät, dass es nicht mehr lohnt, noch zum Markt zu radeln. Wir suchen die Karten raus, planen hin und her und entscheiden uns dann, doch schon eher als geplant abzureisen. Wir fahren Richtung Millau und wollen zum Visitor Center des Viaduc du Millau, der längsten Schrägseilbrücke der Welt. Autobahn ist uns natürlich zu langweilig, also sucht Peter sich eine Route, die uns einmal quer durch das französische Zentralmassiv führt. Als erstes geht es wieder die einspurige Strasse zurück zum nächsten Ort, dann fahren wir Richtung Mazamet. Die Strecke ist toll, eng, kurvig und landschaftlich schön. Das Wetter ist nicht so prickelnd, es wird immer kälter, zwischendurch regnet es immer wieder mal. Von Mazamet aus werden die Strassen immer kleiner, und es geht rauf und runter, Serpentinen folgen auf Serpentinen. Unser höchster Pass ist heute der Col der Siè mit 999 m. Die Temperatur fällt auf 2° C, die Glatteiswarnung geht an. Bei Regen und diesen Temperaturen ist das auch eine realistische Gefahr! Weiter geht es, und wir sehen ein Schild, dass in wenigen Kilometer ein kleiner Laden ist, der auch Brot verkauft (handgeschriebenes Schild). Es kommen drei weitere Schilder, und wir fahren einfach mal hin, denn wir brauchen ja noch was zum Abendessen. Der Parkplatz ist klein, aber Peter bugsiert Tatzel flink in eine Lücke, ich springe rüber zu dem Laden? Sieht seltsam aus. Ich gehe rein und stehe quasi direkt an einer Theke, an der einige Männer gerade Frühschoppen machen. Ich bin verdutzt, Frage aber dann freundlich, ob es hier Brot zu kaufen gibt, da ich das Schild gesehen habe. Und tatsächlich – der Mann hinter der Theke verschwindet kurz in einem Nebenraum und kommt dann mit einem Baguette wieder. Na prima, ich zahle und gehe raus. Und wir haben das Baguette noch nicht richtig verstaut, da verlassen alle die Kneipe und der Besitzer schliesst. Da haben wir richtig Glück gehabt und hätten keine Minute später kommen dürfen. Weiter geht es nun, und wir bleiben meist auf kleinen Strässchen. Dann erreichen wir den Ort St. Affrique und dort ist ein großer Supermarkt. Also wäre das mit dem Baguette gar nicht so wichtig gewesen. Wir stoppen nochmal auf dem großen Parkplatz, kaufen etwas Obst und direkt auch Kuchen. Zwei wirklich dicke Kuchenstücke Vanilleflan für 2 € zusammen. Weiter geht es nun zu einem Aussichtspunkt, von dem aus man den Viadukt gut sehen soll. Der Parkplatz ist winzig und hat nur eine Einfahrt die auch Ausfahrt ist. Während Peter das Womo schon mal wendet, gehe ich bereits Photos machen. Also ja, man sieht das Viadukt, aber durch den verhangenen Himmel kann man leider die Schrägseile nur schlecht erkennen. Da es doch schon recht spät ist, und wir über bei France Passion übernachten wollen, müssen wir das Besucherzentrum auf morgen verlegen. Eigentlich müssen wir bei unserem Gastgeber bis 18 Uhr anreisen, das wird zeitlich eng und wir werden sicherlich erst um 18.10 Uhr da sein. Also rufe ich kurz an, die Dame spricht leider nur französisch. Aber wir kriegen das trotzdem hin und sie sagt wir können gerne kommen. Der Weg ist nochmal spannend, steile Serpentinen winden sich den Berg hoch, knapp 25 Minuten später erreichen wir oben ein riesiges Plateau. Wir stellen uns noch kurz vor, dann dürfen uns hinstellen, wo wir wollen. Neben uns auf der Weide grasen Kühe, auf der anderen rennen Schafe rum, idyllisch ist es hier – windig und einsam. Genau das richtige für uns. Als erstes koche ich uns einen Espresso mit der kleinen Bialetti, dazu gibt es Kuchen und dann geht es mal wieder ans Planen.