Sonntag, 17. Mai 2026
Die Nacht ist ruhig, ausser dem Muhen der Rinder hört man nichts, die Nacht hier oben auf dem Plateau ist tiefschwarz. Am Morgen machen wir uns abfahrbereit, es geht zum Visitor Center des Viaduc du Millau. Eigentlich wollen wir nicht die gleiche Strecke wie gestern fahren, aber dann taucht ein Schild auf, das die Durchfahrt für Wohnmobile jeglicher Größe (und Wohnwagen) verbietet, also fahren wir schlussendlich doch die gleichen Serpentinen wieder zurück in die Stadt. Dann geht es einmal durch ganz Millau und auf der anderen Seite wieder rauf. Unterwegs zu einem Parkplatz, den man erreichen kann, ohne über die Autobahn zu fahren, machen wir den ersten Stop und bereits tolle Bilder. Dann erreichen wir den fast leeren Parkplatz und weiter geht die Photographiererei. Dann laufen wir unter der Autobahn durch zum Besucherzentrum, das ist aber nicht wirklich spannend, wenn man die Dokus über den Bau der Brücke gesehen hat. Aber hier können wir auch noch auf den Besucherhügel rauf, und das ist dann wirklich spektakulär. Allein die Bilder vom heutigen Vormittag würden ein ganzes Photobuch füllen, na das wird ja noch ein Spaß. Weiter geht es nun Richtung Pont du Gard, wir haben natürlich wieder eine Route ohne Maut ausgesucht. Und wieder geht es rauf und runter, Serpentinen, enge Schluchten, spektakuläre Wasserfälle, die Fahrt ist wirklich toll, aber die Trollstigen in Norwegen sind dagegen ein Kinderspiel gewesen. Das Wetter wird immer besser, wir sind heute früh bei 5° C gestartet, nun nähern wir uns fast den 20°C! Einmal wollen wir clever sein und nehmen eine Alternativroute, weil uns die beiden Wohnmobile vor uns nerven mit ihrer Bummelei. Naja, nicht alle Alternativrouten sind wirklich eine Alternative. Zum Glück behält Peter auch in solchen Situationen die Nerven und zirkelt uns sicher durch ein paar echt enge Wege. Und auch wenn es manchmal wild klingt, wenn die Zweige und Dornen am Womo langkratzen, im Endeffekt ist zum Glück nichts passiert. Ist halt blöd, wenn das Fahrzeug breiter als die Strasse ist – aber es gab keine Schilder oder Hinweise. Nun gut, das nächste Mal bleiben wir auf der empfohlenen Strecke. Unterwegs kaufen wir in einer Bäckerei ein Brot – und auch nur ein Brot. Wobei die Törtchen, Eclairs, Paris Brèst und wie es alles heisst sehr verführerisch waren. Weiter geht es nun und bald erreichen wir den Parkplatz à Gauche am Pont du Gard, also den Parkplatz am linken Ufer. Es ist einiges los, aber im Bereich der Wohnmobile ist noch reichlich Platz. Einheitspreis ist 9 €, egal was für ein Fahrzeug und wie viele Personen. Gültig ist das Ticket zwischen 8 Uhr morgens und Mitternacht, Übernacht stehen ist verboten. Wir parken und dann machen wir erst einmal in Ruhe Brotzeit. Bevor wir loslaufen ziehen wir uns um, es sind mittlerweile über 20°C. Los geht es, vorbei am Besucherzentrum und Museum, und wir laufen direkt Richtung Brücke. Es ist einiges los, aber sicherlich nicht mit dem Andrang im Sommer zu vergleichen. Ich weiss dass ich vor 45 Jahren mal hier war, die Erinnerung daran ist aber nur schwach, ich kann mich nur dran erinnern, dass wir (also Papa und ich) ganz oben rumgeklettert sind und Mama nicht so richtig begeistert war. Die oberste Ebene kann man heute nur noch im Rahmen einer Führung besichtigen, das ist schade. Also laufen wir alles ab was wir so machen können, klettern Stufen rauf und runter und machen Photos aus allen Perspektiven. Unten am Gard liegen viele am Strand und sonnen sich, und eine Handvoll mutiger schwimmt tatsächlich, wobei der Fluss sicherlich noch bitterkalt ist. Gegen 17.30 Uhr machen wir uns langsam auf den Rückweg. Unser Ticket haben wir bereits bezahlt, die Schranke erkennt unser Nummernschild und schnell sind wir vom Parkplatz runter. Nach Avignon ist es eine gute halbe Stunde Fahrt, wir halten unterwegs einmal kurz an, um etwas Obst zu kaufen, süße dunkle Kirschen und Aprikosen – sündhaft lecker. Um viertel nach 6 (also 18.15 Uhr) erreichen wir den Campingplatz. Wir checken schnell ein, dann laufen wir los, denn der Pool schliesst gleich. Ui, das Wasser ist schon noch frisch. Ich gehe nur bis zu den Knien rein, aber Peter schwimmt tatsächlich zweimal durchs ganze Becken und einmal durch den Strömungskanal, allein vom zuschauen fang ich an zu bibbern. Zurück am Womo richten wir uns dann erst einmal gemütlich ein, und starten direkt mal mit einer Flasche Sekt, die wir neulich bei einem unserer France Passion Gastgeber erstanden haben. Dann schielen wir gegenüber durch die Hecke, es sieht aus als ständen wir direkt gegenüber der Brückenreste von Avignon, und tatsächlich: Peter macht ein Photo durch ein Gittertor das in der Hecke ist – und wir stehen quasi direkt gegenüber unserer „dritten“ Brücke des Tages – oder was davon noch übrig ist. Morgen werden wir die genauer erkunden, jetzt geht es erstmal duschen und danach ist Abendessen angesagt. Peter grillt uns ein paar Würstchen, dazu gibt es Baguette, und dann ist langsam Feierabend. Unseren telefonischen Bericht haben wir natürlich auch bereits bei Mama abgeliefert, also heisst es jetzt tippen und morgen früh ist mal wieder ausschlafen angesagt.