¶ Monaco
Der Tag startet sonnig und mit einem gemütlichen Frühstück. Auch hier können wir – wie auf fast jedem Campingplatz in Frankreich – am Vorabend Croissants, Brioche oder Baguette vorbestellen. Da es heute ja zu den Reichen und Schönen geht, hab ich eine helle Jeans angezogen und trage dazu eine schöne gemusterte Bluse, Peter hat sich für eine dunkelgrüne Hose und ein schickes schwarzes Polo-Shirt entschieden. Nach dem Frühstück cremen wir uns noch gut ein, und dann schwingen wir uns auf die Fahrräder. Nach 5 Minuten erreichen wir den Bahnhof von Biot. Dort schliessen wir die Räder an und kaufen am Automat unser Ticket- 39,20 € für uns beide nach Monaco und Retour. Der Zug ist doppelstöckig, schon recht gut gefüllt aber wir bekommen trotzdem noch zwei schöne Plätze nebeneinander auf der Seite zum Landesinnern. Am Flughafen Nizza können wir auf die Seite Richtung Küste wechseln. Ab hier wird es nun auch wirklich voll. Die Fahrt verläuft durch Tunnel, zwischen hohen Schallschutzmauern aber manchmal auch direkt an der Küste lang. Das Wasser ist für Mittelmeer ganz schön aufgepeitscht, zum Baden lädt es nicht gerade ein. Der Rest der Fahrt (insgesamt fahren wir nur 47 Minuten) verläuft unauffällig. In Monaco kommen wir unten in einem Tunnel an, eine lange Rolltreppe bringt uns eine Etage höher. Dort kann man auf eine Terrasse gehen, aber nicht weiter, da die Strasse davor für Fußgänger abgesperrt ist. Wie wir später feststellen, ist aktuell halb Monaco gesperrt, denn zwischen Ende April und Anfang Juni finden nacheinander drei große Rennen statt: Der Grand Prix Historique, der Monaco E-Prix und die Formel Eins. In der ganzen Stadt sind Gehwege gesperrt, Strassen umgeleitet und riesige Tribünen aufgebaut. Da wir auf dieser Ebene nicht weiterkommen, fahren wir mit den Aufzügen ganz noch oben und kommen zur Bahnhofshalle. Von hier haben wir bereits einen tollen Blick über die Stadt. Leider hat das Touristoffice geschlossen . auch hier ist Feiertag. Also starten wir Google um uns zu orientieren, und stellenganz perplex fest dass wir schlecht vorbereitet sind, denn Monaco gehört in die sogenannte Ländergruppe zwei, das heisst wir haben kein Internet. Also wir könnten einen Datenpass kaufen, aber dazu haben wir keine Lust. Wir laufen erst einmal zum Casino, das ist ausgeschildert, der Weg führt durch einen kleinen botanischen Garten. Auf dem Casinovorplatz ist richtig was los – und ich bin so abgelenkt, dass ich die kleine Stufe übersehe und (mal wieder) richtig auf die Nase falle, bzw. mal wieder auf Knie und Ellbogen. Zum Glück ist nichts passiert, es blutet nix und am schlimmsten ist der Schreck. Aber binnen Sekunden kommt ein Polizist angelaufen und fragt energisch nach ob wirklich alles ok ist und wir Hilfe brauchen. Aber nein, alles gut, nix passiert. Wir gehen zum Casino, wo Sportwagen und SUV’S der Nobelmarken sich ein Stelldichein geben. Nach einer kurzen Taschenkontrolle dürfen wir auch in die Vorräume des Casinos. Der Eintritt in den Spielbereich von 20 € / Kopf ist uns zuviel, da schaun wir uns lieber nochmal in der wunderschönen Vorhalle um. Gerne würden wir jetzt einen Espresso trinken, aber im Café des Casinos wollen die 6 €. Also gehen wir wieder raus. Das Café hier draussen sieht auch toll aus, ist sicherlich günstiger als drin im Casino und es wird gerade ein schöner Tisch frei. Tja, hätten wir mal besser gefragt. Auf die Idee, dass hier ein Espresso satte 8 € kostet, sind wir nicht gekommen… Aber aus Schaden wird man klug, das war dann vermutlich der teuerste Espresso in unserem Leben, und in Zukunft werden wir immer erst mal schauen. Immerhin war er heiss und gut – und echt teuer!!! Weiter geht es nun, und wir laufen nun Teile des Parcous der Grand-Prix Strecke. Da bereits alles aufgebaut ist, hat man fast das Gefühl dabei zu sein, denn gefühlt jedes dritte Auto hier ist getunt und röhrt wild rum. Krass ist es, als wir durch den Casino Tunnel laufen, denn jeder Pseudo Rennfahrer meint er muss hier mal richtig Gas geben, selbst ein Fahrer mit seinem alten Peugeot. Zwischen Gehweg und Strecke gibt es dicke Leitplanken, die tief im Boden verankert sind, und nach oben hin ist noch alles mit dicken Stahlnetzen abgespannt. Irgendwann werden auch wir Fusslahm und hungrig. Wir entdecken ein tolles Restaurant, und wagen es einfach mal. Richtig doll hungrig sind wir eigentlich gar nicht, aber der Tag ist bereits lang. Wir bekommen einen traumhaft schönen Platz oben auf einer Terrasse mit Blick direkt auf den Yachthafen und die Rennstrecke. Zum Essen bestellen wir uns eine Flasche Wasser und eine Portion Carpaccio zum Teilen. Dieser Wunsch erregt auch keineswegs ein Stirnrunzeln, sondern wir bekommen sofort jeder einen Teller und Besteck und vorneweg wird ein toller Brotkorb mit einem wirklich guten Olivenöl und groben Salz gereicht. Zu dem Carpaccio gibt es eine große Portion frischer Pommes frites (mit Schale, richtig gut!) und nochmal für jeden einen Brotkorb. Das Essen kosten 24 €, und das ist für die Qualität und Menge wirklich prima. Nach dieser Pause haben wir wieder Kraft, um weiter Monaco zu erkunden. Es geht auf und ab und hin und her, dann noch durch die Boxengasse, vorbei an der bekannten Schwimmbadkurve und langsam dann wieder Richtung Bahnhof. Da kommen wir noch an einer Eisdiele vorbei – 5 € für zwei große Kugeln. Das ist ok, denn das sieht richtig gut aus. Also mal schaun ob wir nachher noch Abendessen brauchen. Der Tag war nicht nur interessant, sondern auch lecker. Aber als Fazit stellen wir fest – wir sind doch eher die „Naturburschen“. Stadt ist mal ganz nett, aber eine Wanderung allein in der Wildnis ist eher unser Ding. Trotzdem hat es auf jeden Fall gelohnt, und wir nehmen nun die Rolltreppen hoch zum Bahnhof. Wir haben Glück, der Zug nach Biot ist gerade abfahrbereit. Wir steigen noch schnell ein, und nach 2 Minuten rollt er auch schon in den Tunnel Richtung Frankreich. Eine Dreiviertelstunde später erreichen wir Biot, und nach 5 Minuten radeln sind wir am Womo. Als erstes geht es zum Schwimmen, solange der Pool noch auf hat. Dann duschen wir und kramen ein bisschen am Womo rum. Peter muss nochmal die Jalousie am Dachfenster reparieren, die ist (vermutlich durch die Sonneneinstrahlung) wieder ausgerissen. Dann rufen wir Mama an und berichten. Und nun müssen wir noch für den morgigen Tag planen: Cannes oder Nizza – eine schwere Frage…
eowynrohan am 01. Mai 2026