Bei unserer Anreise gestern Abend haben wir uns mal wieder zwei Croissants für das Frühstück vorbestellt. Wir haben zwar noch Brioche, aber ein frisches Croissant ist doch eine feine Sache. Nach dem Frühstück cremen wir uns ordentlich ein und ich sprühe dann direkt noch Autan hinterher, denn nicht nur die Sonne sticht hier ordentlich. Wir haben den kleinen Rucksack gepackt, schwingen uns auf die Räder und fahren los in die Stadt. Als erstes müssen wir vom Campingplatz hoch zur Hauptstrasse, da geht es dann ca. 500 m weit auf einem Radweg weiter. Dann biegen wir links ab und fahren zwischen den Salzwiesen durch. Am Ende des Weges kommen wir am Canal du Rhône à Sète an, dort radeln wir dann bis zum Stadttor entlang. In Summe sind es gut 5,6 Kilometer, aber trotz Wind ging es recht flott. Wir suchen einen Platz, um die Räder anzuschließen, dann geht es zu Fuss weiter. Als erstes wollen wir auf die Stadtmauer und die Tour de Constance. Der Eintritt ist zwar mit 12 € recht happig, aber soll angeblich lohnen. Der Eintritt auf die Stadtmauer und den Turm beinhaltet auch den Besuch eines kleinen Museums, das ist wirklich schön gemacht. Es laufen diverse Filme zur Gründung der Stadt, das ganze mit deutschen und englischen Untertiteln. Ein Infoblatt in Deutsch haben wir am Eingang auch bekommen. Nach dem Museum geht es dann auf den höchsten Turm der Befestigungsanlage, die 33 m hohe Tour de Constance. Der Blick über die Stadt ist toll, und wir sehen, was wir gleich alles noch laufen wollen. Im Turm sind auch noch Ausstellungen, die wir uns anschauen, und dann geht es auf die Mauer. Neben der Tour de Constance gibt es weitere 19 Türme, die wir zum Teil auch begehen können. Die Sonne brennt ganz ordentlich hier oben, aber der Eintritt hat auf jeden Fall gelohnt. Wir machen natürlich wieder ungezählte Bilder, vor allem von der Wasserseite mit den rosa schimmernden Salzseen und den riesigen Salzbergen. Am Ende der Tour setzen wir uns kurz in das Café im Innenhof, und ich ergatter mal wieder ein tolles 2 Euro Stück. Nun machen wir uns auf die Altstadt zu erkunden. Der Ort ist nett und überschaubar, die Preise sind ok. Nicht so gut wie letztes Jahr in der Normandie, aber auch nicht so schlimm wie Cannes oder Nizza. Daher gehen wir heute mal wieder Essen, und zwar typisch für die Region. Wir haben Glück, denn obwohl es das Tagesgericht (Menü mit Vorspeise und Dessert) eigentlich nur zwischen 12 Uhr und 14 Uhr gibt, können wir auf Nachfrage auch um 15 Uhr noch bestellen. Vorweg gibt es eine Terrine vom Stier mit Baguette und Salat, die Portion ist ordentlich groß. Die Terrine erinnert an grobe Leberwurst, und ist wirklich mal ganz was anderes. Als Hauptgericht gibt es ein Stiergulasch, die Sauce ist dunkelbraun, fast schwarz, und mit Silberzwiebeln verfeinert. Dazu gibt es Reis aus der Camargue. Und als Dessert ein Spekulatius-Tiramisu, das eigentlich nur aus Sahne und zerbröselten Spekulatius besteht, aber sehr lecker ist. Nun brauchen wir erst mal wieder ein bisschen Bewegung und laufen durch die Stadt. Wir erstehen noch ein paar Souvenirs, und Peter kauft sich neue „Badeschlappen“ von Gumbie, die findet er schon lange gut. Dann geht es langsam zurück zu unseren Fahrrädern. Zwanzig Minuten später sind wir wieder auf unserem Stellplatz. Nun heisst es Innendienst und Außendienst machen. Peter räumt die grauen Kisten hinten raus, sucht mir frische Handtücher und verräumt die dreckige Wäsche. Ich schnippel uns eine Ananas für heute Abend und hole mir schon mal den Rechner, während Peter Wasser schleppt und unseren Tank auffüllt. Jetzt geht es nochmal in die Planung der kommenden Tage, denn Andorra haben wir wieder verworfen.