Nach dem wir uns gestern einen entspannten Tag auf dem Campingplatz in Avignon gemacht haben, geht es heute weiter nach Roussillon. Dort wollen wir den Ockerpfad von Roussillon laufen, der durch die alten Steinbrüche führt. Die Innenstadt von Roussillon ist für Wohnmobile gesperrt, darum fahren wir den Ort von Süden an, denn am Ortseingang gibt es einen kostenpflichtigen Parkplatz, und man darf bis zu 48 Stunden stehen. Wir wollen jedoch nur eine Runde laufen und uns die leuchtenden Felsen in dem Pinienwald ansehen. Der Rundweg ist nett, wenn man allerdings schon mal in den USA im Bryce Canyon war, dann ist das im Vergleich tatsächlich wirklich nur nett. Trotzdem geniessen wir den sehr sonnigen Ausflug, und trinken anschliessend noch einen Espresso. Neben uns sitzt ein Ehepaar aus der Nähe von Düsseldorf, mit dem wir uns dann erstmal festquatschen. Wir wollen aber langsam weiter und verabschieden uns, nun geht es zurück zum Parkplatz. Nächster geplanter Halt ist Apt, die Stadt der „kandierten“ Früchte. Allerdings wird hier ein vollkommen anderes Verfahren gewählt, seit dem späten Mittelalter werden in der Region Früchte durch Osmose haltbar gemacht, indem das Wasser in der Frucht vollständig durch Zucker ersetzt wird. Das Ganze dauert mehrere Wochen, ist also nicht mit den kandierten Früchten vom Jahrmarkt zu vergleichen. Auf dem Weg dahin kommen wir an einem Restaurant vorbei, das zu den sogenannten „Les Routiers“ gehört, also einer Fernfahrer-Kneipe. Dort hat mein Opa immer gerne gegessen, und ich kann mich nur noch erinnern das die Portionen mächtig waren. Das stand auch noch auf unserer Wunschliste, also halten wir an. Es ist bereits kurz vor 14 Uhr, aber es ist noch geöffnet. Das Restaurant ist brechend voll, Durchschnittsalter geschätzt 80, und vermutlich alles Einheimisch, aber kein Trucker. Wir nehmen das Menu, das heisst erst einmal Selbstbedienung am großen Salatbuffet. Dann entscheidet sich Peter für Faux Filet mit Pommes und Salat, ich nehme den Spiessbraten in Senfsauce mit Kartöffelchen und Ratatouille. Als Dessert gibt es Vanillecreme bzw. Mousse au Chocolat. Boah, richtig lecker, und viel zu viel, wir platzen fast. Nun fahren wir weiter, es sind noch knapp 15 Minuten. Peter hat sich vorab natürlich mal wieder bzgl. Parken informiert und etwas ausgesucht, aber auf Grund der Riesenkirmes die gerade aufgebaut wird, herrscht leichtes Chaos in dem Städtchen. Die „erste“ Wahl schein voll zu sein, darum fahren wir zu dem zweiten Parkplatz. Von der Strasse können wir schlecht einschätzen, ob da noch Platz ist, also fährt Peter mal runter. Die Einfahrt ist steil und tja, der kleine Platz ist voll, und blöderweise haben einige Leute dann auch noch ihre Autos in der Mitte geparkt. Tatzel passt da gerade so durch, also wollen wir wieder raus. Da taucht das nächste Problem auf, die Ausfahrt ist nur für Mittelklasse PKW-tauglich. Selbst mit dem Ranger kämen wir da nicht durch, geschweige denn mit unserem Womo. Peter wendet also mit mehrmaligen Vor- und zurück das Wohnmobil, und fädelt sich dann wieder raus. Zum Glück bleibt er bei so etwas ruhig, ich hätte vermutlich vor lauter Verzweiflung den ADAC angerufen das er Tatzel da rauspulen soll. Wir kurven eine Runde durch die Stadt, dann finden wir eine Parkbucht in einer Ausfallstrasse. Schnell hat Peter geparkt, und wir laufen durch die Stadt. Naja, irgendwie hatten wir uns Apt dann doch spannender vorgestellt. Nichts los, viele Läden geschlossen, obwohl normaler Werktag ist, und irgendwie hat kein Laden die kandierten Früchte. Als wir schon wieder auf dem Rückweg zum Womo sind, kommen wir dann doch noch an einer Bäckerei vorbei, die die bekannte Delikatesse anbietet, und ich nötige Peter wenigsten einen kleinen „Obstspiess“ zu kaufen, und ich bekomme ein Riesenbaiser. Zum Glück ist beides haltbar, denn heute essen wir wohl nichts mehr. Nun wollen wir weiter Richtung Sault, von dort aus wollen wir morgen auf und um den Mont Vertoux fahren, den höchsten Berg der Provence. Die Strasse windet sich steil rauf, und wir überqueren den Col de la Liguière auf 998 m. Einige Kilometer später erreichen wir unser Tagesziel, einen weiteren Gastgeber von France Passion. Wir stellen uns kurz vor, aber eine Verständigung ist kaum möglich, da die ältere Dame nur französisch spricht. Mittlerweile sind zwei weitere Wohnmobile auf den Parkplatz gefahren, aber der Platz ist groß, also kein Problem. Wir machen es uns gemütlich, für heute ist Feierabend.