Heute steht nur Fahren auf dem Programm. Und zwar Passtrassen – und davon reichlich. Als erstes starten wir über Sault auf den Mont Ventoux. Das ist die „zahmste“ Route auf den höchsten Berg der Provence, die Steigung liegt meist um die 5%, nur zum Ende wird es auf den letzten 1.500 m nochmal etwas steiler. Die Route führt bis auf knapp 1.500 m nur durch Wald, und wie im Internet geschrieben, ist es ein Eldorado für Fahrradfahrer. Der Mont Ventoux ist eine Etappe bei der Tour de France und scheinbar das Mekka für jeden der Rennrad fährt. Aber in den meisten Fällen ist das Überholen unproblematisch, nur wenn eine ganze Horde zusammen radelt wird es schwierig, weil die dann meinen sie müssten zu dritt nebeneinander fahren. Die Fahrt ist schön aber tatsächlich recht unspektakulär. Witzig sind dann auf den letzten steilen Kilometern die vielen Photographen die alle (nicht nur Radler sondern auch Autos und Womos) photographieren wie sie den steilen Anstieg meisten. Die Bilder kann man dann im Internet bestellen. Da werden wir dann direkt mal schauen –sicherlich für einen Radler spektakulär aber eher weniger als Womo Fahrer. Der Blick von oben ist toll, leider ist es etwas diesig und es ist bitterkalt. Kein Wunder, sind wir doch auf 1.909 m Höhe. Wir parken kurz auf einem Busparkplatz, um ein paar Bilder zu machen, aber es gibt hier oben echt wenig Möglichkeit länger stehen zu bleiben, obwohl eigentlich genug Platz ist. Also fahren wir ein Stück weiter bis zur großen Radarkugel, dort gibt es dann mehr Parkplätze und wir können in Ruhe ein bisschen rumlaufen. Nun geht es bergab, wir fahren jetzt Richtung Malaucène. Das Gefälle beträgt teils 12 %, Peter setzt fleissig die Motorbremse ein, um die Bremsen nicht zu überlasten, denn um Tatzels 4 Tonnen zu bremsen braucht es schon einiges. Allerdings sind zwischendurch immer wieder mal Parkplätze, auf denen man seinem Fahrzeug mal eine kurze Pause gönnen kann. Und auch für die Radler ist gesorgt, es gibt Dixis und Pissoirs auf der gesamten Strecke. Peter achtet immer ob von hinten ein Radler kommt und versucht ihnen die Möglichkeit zum überholen zu geben, den bergab haben wir keine Chance gegen die Rennradler. Ich würde ja vor Angst tausend Tode sterben, wenn ich so schnell auf einem Rad bergab rasen würde. Wir erreichen Malaucène, und weiter geht es jetzt über Bedoin über Chalet Reynard zurück nach Sault. Immer wieder runter bis auf 300 m, dann wieder rauf auf 1.000 m, runter und nochmal bis auf 1.400 m und dann – vorläufig – nur noch runter. Von Sault aus geht es nun Richtung Gap, dort haben wir für heute Nacht wieder einen France Passion eingeplant. Wie immer geht es auch heute über Mautfreie Strassen, also wieder rauf und runter und wir müssen die Gorges de la Méouge durchfahren und überqueren dabei auch einen weiteren Pass. Das heisst der heutige Tag besteht eigentlich nur aus Fahren, ist aber ein toller Tag und hat wieder ordentlich Futter für unser Photobuch geschaffen. Gegen 17 Uhr erreichen wir das Weingut, wo wir übernachten wollen. Der Hausherr ist arbeiten, mit dem haben wir kurz telefoniert. Aktuell ist nur seine Gattin daheim, aber mittels Google Übersetzung verständigen wir uns und parken Tatzel dann hinter den Apfelbäumen ein. Kurze Zeit später kommt ein weiteres Wohnmobil (Kastenwagen). Die beiden sprechen passabel englisch, also schwatzen wir eine Runde bevor wir uns ins Womo zurückziehen. Morgen geht es dann Richtung Grenoble. So langsam nähert sich auch dieser Urlaub dem Ende.