Der Urlaub nähert sich dem Ende, und so langsam geht es wieder gen Norden. Unser heutiges Tagesziel ist Grenoble, genauer gesagt Fontaine, das etwas westlich von Grenoble liegt. Als erstes verabschieden wir uns heute früh von unserem Gastgeber, nicht ohne eine Flasche Apfelsaft und eine Flasche Wein zu kaufen. Auf Grund der schlechten Apfelernte im vergangenen Jahr gab es leider nur wenig Cider und der ist bereits verkauft. Dann starten wir fast zeitgleich mit dem Ehepaar, das vor uns steht, und als erstes geht es nach Gap. Dort machen wir einen Stop beim Decathlon, und stöbern nochmal durch. Wir kaufen nun doch den kleinen niedrigen Beistelltisch, den wir uns schon zigmal angeschaut haben. Und ich finde im Angebot noch ein paar Trekkingsandalen. Dazu ergattern wir jeder noch ein T-Shirt aus dem Angebot, aber nun reicht es auch. Weiter geht es jetzt, und da wir heute auch nur Mautfreie Routen geplant haben, geht es mal wieder rauf und runter, oft in Serpentinen, und Peter kann sich nochmal austoben. Wir tanken unterwegs, und in Fontaine machen wir noch einen Abstecher zum Auchan. Dort kaufen wir noch ein paar Leckereien für zu Hause ein – Ziegenkäse, Hartwurst, Rillettes und Cider. Dann fahren wir nochmal gut 10 Minuten bis zu einem Wohnmobilstellplatz. Der Platz ist nur zur Hälfte belegt, also alles gut. Am Automat buchen wir schnell für 2 Tage inkl. Strom, schon rollen wir auf den großen geschotterten Platz. Wir machen es uns gemütlich, und dann ist noch ein bisschen Klönschnack angesagt. Zum einen steht hier ein Ehepaar aus Heinsberg, also Peters „Heimat“. Dann braucht eine Familie aus Afghanistan Hilfe beim Wasser holen und zum Schluss ratschen wir noch sehr nett mit einem Pärchen aus Nordwales. So geht der Abend flugs rum. Morgen wollen wir mit den Fahrrädern zur Bastille bzw. zum sogenannten Téléphérique, der Gondelbahn, die einen nach oben bringt. Bericht folgt.
eowynrohan am 22. Mai 2026
Heute steht nur Fahren auf dem Programm. Und zwar Passtrassen – und davon reichlich. Als erstes starten wir über Sault auf den Mont Ventoux. Das ist die „zahmste“ Route auf den höchsten Berg der Provence, die Steigung liegt meist um die 5%, nur zum Ende wird es auf den letzten 1.500 m nochmal etwas steiler. Die Route führt bis auf knapp 1.500 m nur durch Wald, und wie im Internet geschrieben, ist es ein Eldorado für Fahrradfahrer. Der Mont Ventoux ist eine Etappe bei der Tour de France und scheinbar das Mekka für jeden der Rennrad fährt. Aber in den meisten Fällen ist das Überholen unproblematisch, nur wenn eine ganze Horde zusammen radelt wird es schwierig, weil die dann meinen sie müssten zu dritt nebeneinander fahren. Die Fahrt ist schön aber tatsächlich recht unspektakulär. Witzig sind dann auf den letzten steilen Kilometern die vielen Photographen die alle (nicht nur Radler sondern auch Autos und Womos) photographieren wie sie den steilen Anstieg meisten. Die Bilder kann man dann im Internet bestellen. Da werden wir dann direkt mal schauen –sicherlich für einen Radler spektakulär aber eher weniger als Womo Fahrer. Der Blick von oben ist toll, leider ist es etwas diesig und es ist bitterkalt. Kein Wunder, sind wir doch auf 1.909 m Höhe. Wir parken kurz auf einem Busparkplatz, um ein paar Bilder zu machen, aber es gibt hier oben echt wenig Möglichkeit länger stehen zu bleiben, obwohl eigentlich genug Platz ist. Also fahren wir ein Stück weiter bis zur großen Radarkugel, dort gibt es dann mehr Parkplätze und wir können in Ruhe ein bisschen rumlaufen. Nun geht es bergab, wir fahren jetzt Richtung Malaucène. Das Gefälle beträgt teils 12 %, Peter setzt fleissig die Motorbremse ein, um die Bremsen nicht zu überlasten, denn um Tatzels 4 Tonnen zu bremsen braucht es schon einiges. Allerdings sind zwischendurch immer wieder mal Parkplätze, auf denen man seinem Fahrzeug mal eine kurze Pause gönnen kann. Und auch für die Radler ist gesorgt, es gibt Dixis und Pissoirs auf der gesamten Strecke. Peter achtet immer ob von hinten ein Radler kommt und versucht ihnen die Möglichkeit zum überholen zu geben, den bergab haben wir keine Chance gegen die Rennradler. Ich würde ja vor Angst tausend Tode sterben, wenn ich so schnell auf einem Rad bergab rasen würde. Wir erreichen Malaucène, und weiter geht es jetzt über Bedoin über Chalet Reynard zurück nach Sault. Immer wieder runter bis auf 300 m, dann wieder rauf auf 1.000 m, runter und nochmal bis auf 1.400 m und dann – vorläufig – nur noch runter. Von Sault aus geht es nun Richtung Gap, dort haben wir für heute Nacht wieder einen France Passion eingeplant. Wie immer geht es auch heute über Mautfreie Strassen, also wieder rauf und runter und wir müssen die Gorges de la Méouge durchfahren und überqueren dabei auch einen weiteren Pass. Das heisst der heutige Tag besteht eigentlich nur aus Fahren, ist aber ein toller Tag und hat wieder ordentlich Futter für unser Photobuch geschaffen. Gegen 17 Uhr erreichen wir das Weingut, wo wir übernachten wollen. Der Hausherr ist arbeiten, mit dem haben wir kurz telefoniert. Aktuell ist nur seine Gattin daheim, aber mittels Google Übersetzung verständigen wir uns und parken Tatzel dann hinter den Apfelbäumen ein. Kurze Zeit später kommt ein weiteres Wohnmobil (Kastenwagen). Die beiden sprechen passabel englisch, also schwatzen wir eine Runde bevor wir uns ins Womo zurückziehen. Morgen geht es dann Richtung Grenoble. So langsam nähert sich auch dieser Urlaub dem Ende.
eowynrohan am 21. Mai 2026
Nach dem wir uns gestern einen entspannten Tag auf dem Campingplatz in Avignon gemacht haben, geht es heute weiter nach Roussillon. Dort wollen wir den Ockerpfad von Roussillon laufen, der durch die alten Steinbrüche führt. Die Innenstadt von Roussillon ist für Wohnmobile gesperrt, darum fahren wir den Ort von Süden an, denn am Ortseingang gibt es einen kostenpflichtigen Parkplatz, und man darf bis zu 48 Stunden stehen. Wir wollen jedoch nur eine Runde laufen und uns die leuchtenden Felsen in dem Pinienwald ansehen. Der Rundweg ist nett, wenn man allerdings schon mal in den USA im Bryce Canyon war, dann ist das im Vergleich tatsächlich wirklich nur nett. Trotzdem geniessen wir den sehr sonnigen Ausflug, und trinken anschliessend noch einen Espresso. Neben uns sitzt ein Ehepaar aus der Nähe von Düsseldorf, mit dem wir uns dann erstmal festquatschen. Wir wollen aber langsam weiter und verabschieden uns, nun geht es zurück zum Parkplatz. Nächster geplanter Halt ist Apt, die Stadt der „kandierten“ Früchte. Allerdings wird hier ein vollkommen anderes Verfahren gewählt, seit dem späten Mittelalter werden in der Region Früchte durch Osmose haltbar gemacht, indem das Wasser in der Frucht vollständig durch Zucker ersetzt wird. Das Ganze dauert mehrere Wochen, ist also nicht mit den kandierten Früchten vom Jahrmarkt zu vergleichen. Auf dem Weg dahin kommen wir an einem Restaurant vorbei, das zu den sogenannten „Les Routiers“ gehört, also einer Fernfahrer-Kneipe. Dort hat mein Opa immer gerne gegessen, und ich kann mich nur noch erinnern das die Portionen mächtig waren. Das stand auch noch auf unserer Wunschliste, also halten wir an. Es ist bereits kurz vor 14 Uhr, aber es ist noch geöffnet. Das Restaurant ist brechend voll, Durchschnittsalter geschätzt 80, und vermutlich alles Einheimisch, aber kein Trucker. Wir nehmen das Menu, das heisst erst einmal Selbstbedienung am großen Salatbuffet. Dann entscheidet sich Peter für Faux Filet mit Pommes und Salat, ich nehme den Spiessbraten in Senfsauce mit Kartöffelchen und Ratatouille. Als Dessert gibt es Vanillecreme bzw. Mousse au Chocolat. Boah, richtig lecker, und viel zu viel, wir platzen fast. Nun fahren wir weiter, es sind noch knapp 15 Minuten. Peter hat sich vorab natürlich mal wieder bzgl. Parken informiert und etwas ausgesucht, aber auf Grund der Riesenkirmes die gerade aufgebaut wird, herrscht leichtes Chaos in dem Städtchen. Die „erste“ Wahl schein voll zu sein, darum fahren wir zu dem zweiten Parkplatz. Von der Strasse können wir schlecht einschätzen, ob da noch Platz ist, also fährt Peter mal runter. Die Einfahrt ist steil und tja, der kleine Platz ist voll, und blöderweise haben einige Leute dann auch noch ihre Autos in der Mitte geparkt. Tatzel passt da gerade so durch, also wollen wir wieder raus. Da taucht das nächste Problem auf, die Ausfahrt ist nur für Mittelklasse PKW-tauglich. Selbst mit dem Ranger kämen wir da nicht durch, geschweige denn mit unserem Womo. Peter wendet also mit mehrmaligen Vor- und zurück das Wohnmobil, und fädelt sich dann wieder raus. Zum Glück bleibt er bei so etwas ruhig, ich hätte vermutlich vor lauter Verzweiflung den ADAC angerufen das er Tatzel da rauspulen soll. Wir kurven eine Runde durch die Stadt, dann finden wir eine Parkbucht in einer Ausfallstrasse. Schnell hat Peter geparkt, und wir laufen durch die Stadt. Naja, irgendwie hatten wir uns Apt dann doch spannender vorgestellt. Nichts los, viele Läden geschlossen, obwohl normaler Werktag ist, und irgendwie hat kein Laden die kandierten Früchte. Als wir schon wieder auf dem Rückweg zum Womo sind, kommen wir dann doch noch an einer Bäckerei vorbei, die die bekannte Delikatesse anbietet, und ich nötige Peter wenigsten einen kleinen „Obstspiess“ zu kaufen, und ich bekomme ein Riesenbaiser. Zum Glück ist beides haltbar, denn heute essen wir wohl nichts mehr. Nun wollen wir weiter Richtung Sault, von dort aus wollen wir morgen auf und um den Mont Vertoux fahren, den höchsten Berg der Provence. Die Strasse windet sich steil rauf, und wir überqueren den Col de la Liguière auf 998 m. Einige Kilometer später erreichen wir unser Tagesziel, einen weiteren Gastgeber von France Passion. Wir stellen uns kurz vor, aber eine Verständigung ist kaum möglich, da die ältere Dame nur französisch spricht. Mittlerweile sind zwei weitere Wohnmobile auf den Parkplatz gefahren, aber der Platz ist groß, also kein Problem. Wir machen es uns gemütlich, für heute ist Feierabend.
eowynrohan am 20. Mai 2026